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Inflow vs. Outflow

Wann immer irgendwelche agilen Methoden in Organisationen eingeführt werden, drehen sich recht schnell die Diskussionen um “Priorisierungsmeetings”. Replenishment, Planning, Grooming, Flooming, Zooming und wie sie alle heißen. Es muss so schnell wie möglich sichergestellt werden, wie neue Arbeit ins System reinkommt.

Meine Erfahrung sagt, dass man das Thema “Nachschub” anfangs vernachlässigen kann. Ich habe noch nie (und ich verwende die Worte nie und immer durchaus sparsam) ein System gesehen, dass am Anfang nicht verstopft war. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, über Nachschub zu diskutieren, bevor nicht das verstopfte System gereinigt ist.

Wir müssen den Fokus der Priorisierung verschieben: Es muss priorisiert werden, welche Arbeiten abgeschlossen werden und nicht was gestartet wird. 

#asAreminder

Enterprise Kanban Coach – das sagen die Teilnehmer*innen

Kaum zu glauben, dass es bereits mehr als 30 Enterprise Kanban Coaches gibt. Also mehr als 30 ziemlich kluge Menschen, die ihren Unternehmen auf dem Weg zur Agilität helfen, ohne dabei auf Klischees und Kopien zurückgreifen zu müssen. Sie sind nicht nur fachlich, sondern vor allem auch sozial dazu in der Lage, solche Veränderungsprozesse zu begleiten, zu gestalten und am Leben zu erhalten. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich nicht nebenbei erledigen lässt und eine gewisse Haltung voraussetzt – in erster Linie die des Lernenwollens. Das heißt allerdings nicht, dass sich in der Ausbildung zum Enterprise Kanban Coach nur Anfänger wiederfinden, ganz im Gegenteil. Unsere bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben schon vor dem Lehrgang große Herausforderungen bewältigt: zum Beispiel Kathrin Schröder von OTTO E-Commerce, Thomas van der Burg, der die Produktentwicklung in einem medizintechnischen Unternehmen leitet oder Matthias Patzak, vormals Vice President Product Engineering bei AutoScout24. Zum ersten EKC Crash Course in Barcelona im Mai 2018 kamen sogar Teilnehmer*innen aus der ganzen Welt: USA, Südafrika, Österreich, Großbritannien, Deutschland, Irland, Schweiz und Peru.

Ob Kurz- oder Langversion des EKC: Das Spannende ist jedes Mal die Diversität der Gruppe, von den verschiedenen Nationalitäten angefangen bis hin zu den verschiedenen Branchen und den Problemstellungen, für die die Teilnehmer*innen Lösungen suchen. Und das Schöne ist: Die Lösungen und möglichen Herangehensweisen für ihre Unternehmen entstehen nicht (nur) durch Sigi’s und meinen theoretischen Input, sondern vor allem durch den Austausch in der Gruppe. Wir legen immer sehr viel Wert darauf, dass aus einer Ansammlung von einzelnen Teilnehmer*innen wirklich eine Gruppe wird, die über den Lehrgang hinaus bestehen bleibt. Das ist uns bisher ganz gut gelungen, denn die Alumni tauschen sich zum Beispiel in unserem Slack-Channel weiter aus und geben sich schnell und unkompliziert gegenseitig Tipps bei Fragen, die in der täglichen Arbeit auftauchen. Das Netzwerken über die Zeit des Lehrgangs hinaus ist auch etwas, das den Teilnehmer*innen bisher besonders wichtig war.

Aber schaut euch einfach selbst an, was die frisch gebackenen Enterprise Kanban Coaches des zweiten Durchgangs zu sagen haben!

TWiG spricht Russisch

TWiG – The WiP Game gibt es jetzt auch auf Russisch. Vielen Dank an Ivan Dubrovin und Aleksei Pimenov für die Übersetzung. Ehrlich gesagt, sehe ich nur eine Anneinanderreihung von lustigen Symbolen, wenn ich mir die Übersetzung ansehe, ich bin mir aber sicher, dass Ivan und Aleksei einen super Job gemacht haben 😉

Fall noch jemand TWiG in eine andere Sprache übersetzen will, bitte bei mir melden.

Ach ja, TWiG V1.5 ist auch schon im Werden. Es gibt echt coole Ideen von der Community, die im Sommer im Slack näher diskutiert und in die Simulation eingearbeitet werden. Vielen Dank für euren Einsatz rund um TWiG!

Auf Konferenzdiät

Wie oft habe ich euch in der vergangenen Konferenzsaison erzählt, dass ich irgendwo meinen Vortrag zu “Warum agile Teams nichts mit Business-Agilität zu tun haben” gehalten habe? Ziemlich oft, oder? Genau so fühlt es sich auch gerade an: Die letzten Monate waren sensationell, aber jetzt bin ich recht müde vom rumkonferenzen. Deswegen verordne ich mir in der kommenden Saison eine strenge Konferenzdiät.

Die Resonanz zu “Warum agile Teams nichts mit Business-Agilität zu tun haben” war sensationell. In 100 Prozent der Fälle sind nach dem Vortrag Leute zu mir gekommen, weil sie sich und ihr Unternehmen im Gesagten völlig wiedergefunden haben. Neben Keynotes bei der Lean Kanban North America, beim Scrum Gathering in Kapstadt, bei den Lean London Kanban Days und bei der Agile Central Europe zuletzt in Krakau habe ich viele Impulsvorträge in Unternehmen gehalten, aus denen sehr oft weitere Workshops entstanden sind, um die vorhandenen Problematiken zu bearbeiten. Das alles spielt natürlich mit meinem Modell der Flight Levels zusammen, das international gerade ziemlich abhebt – darüber bin ich erstaunt, ich fühle mich geehrt und ich bin dankbar, dass sich Menschen in Unternehmen auf Basis meines Inputs damit beschäftigen, wie es besser laufen könnte. Viele erkennen, dass ein fertiges Framework sie bei Skalierungsfragen nicht weiterbringt, sondern dass jede Organisation individuelle Lösungen braucht. Durch den Lehrgang zum Enterprise Kanban Coach gibt es inzwischen auch einige fachlich hervorragende Leute, die mit der richtigen Einstellung an die Arbeit herangehen und wissen, wie man das Flight-Level-Modell sinnvoll anwendet.

An diesen Themen werde ich auf jeden Fall dranbleiben und das ist auch der Plan für das kommende Jahr: Die Erfahrungen aufarbeiten und darauf basierend weiterdenken. Für Inhouse-Vorträge genauso wie für Anregungen stehe ich klarerweise zur Verfügung!

Aber einen hab ich noch: Am 20. November 2018 halte ich die Keynote bei der Agile Leadership Nürnberg. Ich freue mich, wenn wir uns dort sehen!


Vielen Dank an Oliver Finker für das super Foto.